Neue Höchststände beim Bitcoin – eine Klimabombe?

Jean-Charles Cotting Vermögen und Kapitalanlagen

12.2.2021 – Der Hype um den Bitcoin und auch andere Kryptowährungen scheint kein Ende zu nehmen. Kürzlich investierte auch Elon Musk (Tesla) USD 1,5 Mrd. in Bitcoins und der Kurs der bekanntesten Kryptowährung scheint nur eine Richtung zu kennen. Mit knapp USD 48’000 pro Bitcoin notiert der Kurs praktisch auf Höchstständen. Die Kursgewinne sind markant: +25% in einer Woche; knapp +30% innert eines Monats und + 155% innert 12 Wochen.

Aber zu welchem Preis erfolgen diese Kurssteigerungen? Die Herstellung und Nutzung der Kryptowährung verbraucht eine unglaubliche Menge an Energie. Auf der ganzen Welt laufen unzählige Computer am Leistungslimit, um die Bitcoin-Blockchain weiterzurechnen. Gemäss einer Schätzung des Center for Alternative Finance der Universität Cambridge werden dafür inzwischen 124 Terawattstunden (TWh) Strom pro Jahr verbraucht. Und der Hype der letzten Monate hat den Stromverbrauch nochmals stark ansteigen lassen. Inzwischen verbraucht Bitcoin gemäss der besagten Studie jährlich gleich viel Strom wie Argentinien oder Norwegen und gar mehr als Österreich und die Schweiz zusammen. Um einen pragmatischeren Vergleich zu erlauben: Mit dem aktuellen Stromverbrauch von Bitcoin könnten 14’000 Staubsauger ein Jahr lang ohne Unterbruch laufen. Eine einzige Bitcointransaktion verbraucht in etwa gleich viel Strom wie ein Durchschnittshaushalt in den USA in 23 Tagen.

Ob all der Freude der Anleger darf also getrost ein Blick auf die Kehrseite des Bitcoinhypes geworfen werden. Von nachhaltigem Geldanlegen ist man bei Kryptowährungen um Welten entfernt.